Liebe Kolleginnen und Kollegen,

vermutlich waren auch Sie überrascht über die Sonderausgabe der KV Info, die die KV RLP als Reaktion auf das Rundschreiben des Facharztverbandes zum Thema Laborreform von letzter Woche versandt hat.

Diese Reaktion zeigt uns, dass wir mit dem Thema ein „heißes Eisen“ angepackt haben und bemerkenswert ist vor allem, dass ein offizielles Schreiben der KV in den beiden letzten Abschnitten offen Parteipolitik betreibt.

Das ist ungewöhnlich und aus unserer Sicht nicht nur beispiellos, sondern auch äußerst fragwürdig.

Im Laufe der Jahre, genauer gesagt seit dem Jahr 1994, ist immer wieder der Versuch unternommen worden, die aus dem Ruder laufenden Laborkosten einzudämmen.

Jede dieser Laborreformen war mit der Verschiebung von dreistelligen Millionenbeträgen in den Wirtschaftlichkeitsbonus und z.T. auch in die hausärztliche Grundvergütung verbunden.

Ziel dabei war, den Hausärzten als den Hauptveranlassern von Laboruntersuchungen einen Anreiz zum kostenbewussten Umgang zu geben, um die Laborkosten nachhaltig zu senken.
Dies ist ein ums andere Mal gescheitert.

Dass die Geldflüsse aus den 90er Jahren nicht irrelevant sind, wie das Schreiben der KV RLP zu suggerieren sucht, ist schon dadurch klar, dass sie Teil der Beratungen in der erwähnten Arbeitsgruppe der KBV zur Neuordnung der Laborvergütung waren, leider sind sie in der jetzt gültigen Fassung des sogenannten Laborkompromisses nicht ausreichend gewürdigt worden.

Infam ist im Schreiben der KV RLP die Behauptung, der Vorstand, der bis 2016 in der Verantwortung war, hätte an dem erzielten Kompromiss auf Bundesebene mitgewirkt und würde jetzt „auf einmal“ dagegen polemisieren.

Richtig ist, dass der fachärztliche Vorstand, und insbesondere die Vorsitzende des Vorstandes, stets gegen den jetzt beschlossenen (faulen) Kompromiss eingetreten ist und auch in der entscheidenden Sitzung der KBV-Vertreterversammlung dagegen gestimmt hat.

Diese Haltung ist auch in allen Protokollen der Vertreterversammlungen der KV RLP, in denen dieses Thema behandelt wurde, dokumentiert.

Vom jetzigen fachärztlichen Vorstandsmitglied ist zumindest dem FAV kein Engagement gegen diese Laborreform bekannt; ob ihm die Hintergründe klar sind, vermögen wir nicht zu beurteilen. Der derzeitige Vorsitzende der KV RLP hatte in der Vertreterversammlung vom 14. März d.J. gemeint (Zitat):“ Man muss nicht alle Zahlen verstehen, um dem HVM zuzustimmen“.

Skandalös ist aus Sicht des FAV die Risikoverlagerung der Nachschusspflicht im Laborbereich auf den fachärztlichen Bereich, 90 % der Steigerungsraten müssen von den Fachärzten geschultert werden.

Was das bei den Erfahrungen aus der Vergangenheit bedeutet, brauchen wir nicht zu erläutern.

Wir bitten Sie, sich Ihr eigenes Bild zu machen, worum es hier wirklich geht und welches Demokratieverständnis sich offenbart, wenn gegenteilige Meinungen in der Sache mit solchen Repliken diffamiert werden.

Ihr
Dr. Klaus Sackenheim

>>> Antwort der KVRLP auf unser FAiRLP-Rundschreiben vom März 2018

>>> Unser Rundschreiben vom März 2018



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